Gierend, mehrend
haben wir machtvoll das Maß für das Ewige verloren.
In der Schattenwelt nähren die Dornen der Menschheitskrone
den Schmerz der Gaia vor dem drohenden
Abschied voneinander.

 

 

Wer maßlos nimmt, der leert, setzt die Dornen
tief unter ihre bewahrende Haut,
die der Menschheit Zukunft schenkt.

Flaschenpost auf den steigenden Weltmeeren:
Wer vermisst den Weltenkreis am Ende des Wachstums neu?
Wer schürft im Chaos der Weltordnung tief
bis an den Seelengrund?
Wer würdigt alles Leben, als wäre es das Eigene?
Wer erdet die Pole in den Kreislauf?
Wer sät und hütet natürliches Wachstum
bis es Früchte trägt und heilt?

Wer heilt,
entdornt das schmerzende Geflecht der Menschheitskrone,
setzt weiße Segel im Wald der tausend Bäume,
zitiert die Mächte vor die Demut,
bis an jene Schwelle hinter der das Licht der Einheit scheint:
Hüte den Schatz der Weisheit,
sorge für das gemeinsame Haus.
Das Gebet hebt,
vereint die Götter auf das Eine über den Dämonen.

Silberstreifen am Horizont.
Du bist gemeint.
Eine zweite Erde gibt es nicht!

Text und Bild: Peter Michael Lupp

 

STREITFALL

Mensch – Heil oder Dorn der Schöpfung    

Martin Steinert [Holzskulptur]
François Schwamborn [Lichtkunst]

Eine künstlerische Prozessarbeit über die Zukunft der Erde 

HINWEIS: Auf Grund der Coronakrise musste die Passionsspiele Auersmacher abgesagt werden. In diesem Zusammenhang ist das Kunstprojekt „Mensch – Heil oder Dorn der Schöpfung“ nicht vollständig in der katholischen Kirche in Auersmacher erlebbar, wird aber bis 2021 verlängert. Die katholische Kirche Auersmacher ist zwar geöffnet und für Einzelpersonen zugänglich, jedoch ist die Lichtinstallation auf der Dornenkrone derzeit nicht vor Ort sichtbar. Ein Video der Lichtinstallation, das auf den zugehörigen Internetseiten eingestellt wurde, vermittelt einen Eindruck des Werkes.

 

ORT
Katholische Kirche Maria Heimsuchung Auersmacher
Regionalverband Saarbrücken 

Im Kirchenraum scheinbar schwebend über dem Chor, dem Ort der Wandlung, hat Martin Steinert in wochenlanger Arbeit aus unzähligen Stäben aus regionalem Holzvorkommen ein überdimensionales Zitat einer Dornenkrone geschaffen. Diese hölzerne „Dornenkrone der Menschheit“ wirkt jedoch nicht für sich alleine, sie wird zur Projektionsfläche einer Lichtinstallation des Lichtkünstlers François Schwamborn. Dem Künstler geht es darum, kurzsichtiges und eindimensionales Sehen zu durchbrechen. Auf der Suche nach dem Heilsamen durchleuchtet er sprichwörtlich das System der „Menschheitskrone“ von Martin Steinert und trifft auf Widersprüche. Ein Prolog  des Kurators Peter Michael Lupp eröffnet das Werk.

Hintergrund
Das prozessorientierte Kunstprojekt ist eine Initiative des Regionalverbandes Saarbrücken zur kulturellen Bildung für nachhaltige Entwicklung und  agiert im Zusammenspiel Passionsspiele Auersmacher der Amateurschauspielgruppe  „jungen bühne auersmacher“.  

Mittels der Bildsprache der Kunst  geht es um die Fragestellung, inwieweit sich der Zugang zu ökologischem Denken und Handeln und der Kopplung eines Diskurses mit unterschiedlichen Akteuren und Institutionen erweitern und vernetzten lässt.  Dabei werden Aspekte der gegenwärtigen Rolle von Spiritualität, Religion und Kirche als Bindeglied zur Bildung nachhaltiger Entwicklung innerhalb der Gesellschaft und sakraler Raum als Ort des Übergangs und des Rückzugs zum Thema.  

Im Zeichen der Ökumene wird der gesamte Prozess mit der „Laudato si´ – Über die Sorge für das gemeinsame Haus“ von Papst Franziskus sowie „Das Kairos für die Schöpfung – Hoffnungsbekenntnis für die Erde“ der Evangelischen Kirche in Deutschland in Verbindung gebracht. 

Das Experiment möchte Bild und Bildung sein für andere, um aufzuzeigen, dass Kunst- und Kulturprojekte dieser Art ein größeres Spektrum zur Lösungsfindung für nachhaltige Entwicklungsstrategien generieren können. 

Nach Abschluss der Projektphase in Auersmacher ist eine [Ver]wandlung der Dornenkrone in eine symbolische Erdkugel geplant, die auf dem Wintringer Hof am KulturOrt Wintringer Kapelle (www.kulturort-wintringer-kapelle) gezeigt wird.

Projektträger: junge bühne auersmacher
Vorsitzender/künstlerischer Leiter der Passionsspiele Auersmacher: Josef Lang
Schirmherr: Regionalverbandsdirektor Peter Gillo
Kurator: Peter Michael Lupp, Kulturreferent Regionalverband Saarbrücken
Projektpartner: Katholische Kirchengemeinde Maria Heimsuchung Auersmacher, Gemeinde Kleinblittersdorf, Dekanat Saarbrücken, Kirchenkreis Saar-West der Evangelischen Kirche im Rheinland, Biosphärenzweckverband Bliesgau, Wintringer Hof | KulturOrt Wintringer Kapelle I VHS Regionalverband Saarbrücken, Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes

 

Zum Projekt erscheint ein Poetisches Brevier
(44 Seiten, illustriert, Preis 3 Euro)
erhältlich vor Ort und den Projektpartnern

Quellen:

Biografien der Künstler

Martin Steinert

1959 in Saarbrücken geboren
1979 – 81 Erlernen der Bildhauerei in saarländischem Bildhauerbetrieb
1981 – 85 Studium der Kunstgeschichte, Universität Saarbrücken
1984 – 87 Führung einer Galerie für zeitgenössische Kunst, Saarbrücken
seit 1988 freischaffender Bildhauer
1999 – 2007 Atelier in der Alten Kapelle, Sulzbach
seit 2009 Atelier im KuBa am Eurobahnhof, Saarbrücken

 

Ausstellungen (Auswahl):

2019 Holzinstallation, St. Arnual; Holzinstallation wooden cloud, Al Istiqlal Park in Ramallah
2018 Die Mauer der abgehängten Körbe, Landsweiler-Reden; Holzinstallation Kumpel, Zeche Zollverein, Essen und Grube Reden, Landsweiler-Reden; Holzinstallation wooden cloud am Maison Heinrich Heine, Cité internationale universitaire de Paris; Das Boot, Bosener Mühle, St. Wendel
2017 Holzinstallation wooden cloud am Richardplatz, Berlin
2016 Holzinstallation wooden cloud in St. Petersburg, Russland; Holzinstallation Die Kugel in der Christ-König-Kirche, Bochum
2015 Holzinstallation wooden cloud in der Johanneskirche, Saarbrücken; Holzinstallation Esquisse en bois sur fond noir im Grand-Curtius-Museums in Liége, Belgien
2014 Kunstprojekt GegenOrt, Landsweiler-Reden; Installation in der Johanniterkirche, Feldkirch, Österreich; Skulptur im öffentlichen Raum, Union Stiftung, Saarbrücken; Ausstellung und Skulptur im öffentlichen Raum, Linz-Pregarten, Österreich
2013 Übergänge – Transitions, Deutsch-Französischer Garten, Saarbrücken; Skulptur im öffentlichen Raum, am KuBa, Saarbrücken
2012 Symposium Pino Bonnani, Perugia; Symposium Gisors, Frankreich

Einzel- und Gruppenausstellungen in Saarbrücken, Neunkirchen, Saarlouis, Hornbach, Rhodt, Bad Keuznach, Köln, Dortmund, Witten, Bad Aibling, Luxemburg, Brisago (Italien), Disentis (Schweiz);
Arbeiten im öffentlichen Raum in Illingen, Merchweiler, Riegelsberg, Marpingen, Sulzbach, Saarbrücken

www.martinsteinert.net

François Schwamborn

Meine Faszination gilt dem Licht und wie dieses unseren Wahrnehmungsapparat beeinflussen kann. 

In meiner Arbeit beschäftige ich mich mit Sinneswahrnehmungen, deren Grenzen und Fehler. Diese erforsche ich indem ich mich verschiedener Medien bediene, wie Animation, Video und Fotografie. 

Mein Schaffensbereich liegt an der Schnittstelle zwischen Kunst und Design.

 

Ausstellungen / Projekte

Juni 2018 – Rotationen 2018 am Saarlandmuseum
April 2018 – „Unter Tage unter Deck“ auf dem Theaterschiff
März 2018Gebäudeillumination zum 100. Jahrestag des Frauenwahlrechts 
Januar 2018 – Robert Schuman Preis
in Metz
2017 – Multiplica bei den Rotunden (Luxemburg)
– Saar Art (Performance)
– Rotationen im Pingusson Bau (Projektleitung & eigene Arbeit)
2016 – Rotationen am Saarbrücker Schloss (Projektleitung & eigene  Arbeit)
– Herbstsalon am Kulturzentrum am Eurobahnhof (Saarbrücken)
– Bühnenbild für das Stück Credo von Die Redner
2015 – Glashaus (Saarbrücken)
– Rauminstallation in der ehemalige Bekolinfabrik im Rahmen des Perspektives Festivals
– Rotationen am Saarbrücker Schloss (Projektleitung & eigene Arbeit)
2014 – Rotationen HBK (Teshnische Leitung & Eigene Arbeit)
– Light Act

Preise

2013 – Studien Stiftung Saar

www.francois-schwamborn.com